Ehrennadel der Stadt für Hedwig Schnatmann

v.l. Bernd Schwane, Friedhelm Fragemann, Marianne Halm (Tafel), Hedwig Schnatmann, Herbert Rentmeister (Tafel), Veronika Plemper (Tafel) und Tobias Stockhoff, Foto: jotw 2017

Damit, dass der Bürgermeister ihr zu ihrem runden Geburtstag gratuliert, hatte Hedwig Schnatmann ja durchaus gerechnet; schließlich ist er auch der Schirmherr der Dorstener Tafel.

Was Tobias Stockhoff bei seinem Kommen heute Mittag in der Tafel allerdings ‘im Gepäck’ hatte, machte sie ein wenig verlegen und sprachlos: Mit ihm kamen die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD, Bernd Schwane und Friedhelm Fragemann (Susanne Fraund und Tristan Zielinski waren leider verhindert) und eine Urkunde über die Verleihung der Goldenen Ehrennadel der Stadt Dorsten.

Foto: jotw 2017

In einigen Worten betonte Stockhoff die Einstimmigkeit, mit der die Stadtratsfraktionen seinem Vorschlag zur Verleihung der Ehrennadel gefolgt seien, und dankte für das außergewöhnliche Engagement der mittlerweile 80-Jährigen, die seit dem Start der Tafel im Jahr 2003 den Dorstener Laden leitet und das Tafel-Team organisiert und koordiniert.

Am ‘Arbeitsplatz überrascht: Bürgermeister Stockhoff überreicht Hedwig Schnatmann die Urkunde zur Ehrennadel in Gold; Foto: jotw 2017

In ihren Dankesworten zeigte Hedwig Schnatmann ihre Freude über die ‘offizielle’ Anerkennung  der ehrenamtlichen Arbeit der Dorstener Tafel; sie sei  eine im Team der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, denen es zu verdanken sei, dass die Tafelarbeit so erfolgreich ist. Im Übrigen sei sie auch nicht die einzige, die von Anfang an dabei ist.

Dem Glückwunsch von Bürgermeister und Stadtratsfraktionen schließen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter uns gerne an!

Bleib gesund (“Die Arbeit hier hält mich fit!”) und munter und:
Mach die 20 Jahre noch voll, liebe Hedwig!

v.l.: Hedwig Schnatmann, Veronika Plemper (Tafel), Tobias Stockhoff, Johannes Wulf (Tafel), Bernd Schwane, Marianne Halm (Tafel), Friedhelm Fragemann, Herbert Rentmeister (Tafel) Foto: Bludau 17.5.2017 – Dorsten
Richtlinien

für die Ehrung von Personen,
die sich um die Stadt Dorsten verdient gemacht haben
vom 27.01.2016

Der Rat der Stadt Dorsten hat in seiner Sitzung am 27.01.2016 aufgrund des § 34 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen und des § 8 der Hauptsatzung für die Stadt Dorsten folgende Richtlinien erlassen:
§ 1
Art der Ehrungen
Personen, die sich um das Wohl der Stadt Dorsten verdient gemacht haben, kann als Anerkennung

  • die Ehrennadel
  • die Stadtplakette
  • das Ehrenbürgerrecht
  • die Ehrenbezeichnung „Altbürgermeister/in“

verliehen werden.

§ 2
Ehrennadel
1. Personen, die sich aus eigener Initiative oder durch langjährige Mitgliedschaft bzw. besonderes Engagement in Vereinen und Verbänden oder sonstigen Organisationen um das Wohl der Stadt Dorsten in allgemeiner Hinsicht verdient gemacht haben, kann die
Ehrennadel verliehen werden.
2. Die Ehrennadel wird in Silber (versilbert) oder Gold (vergoldet) verliehen. Sie zeigt das Wappen der Stadt Dorsten.
3. Über die Vergabe der Ehrennadel entscheidet der Bürgermeister nach eigenem Ermessen in Abstimmung mit dem Rat. Die Zustimmung kann über die Fraktionsvorsitzenden eingeholt werden.

Hedwig Schnatmann 80 – Achtzig???

Als 2003 die Gründung einer ‘Tafel’ in Angriff genommen wird, fragen die Initiatoren Pastor Eickmann-Gerland und Pastor Schlotmann die damals 66-jährige Hedwig Schnatmann, ob sie nicht die Leitung übernehmen möchte. Viel zu früh wurde sie Witwe und nahm dankbar die Aufforderung nach einer neuen, erfüllenden Herausforderung an. Sie sagte zu, ein Ja, das ihr quasi einen Fulltime-Job bescherte – mit Überstunden bis in die Nacht.

Seither ist sie Kopf und Herz der Tafel, organisisiert den ehrenamtlichen Einsatz der Fahrer und Helfer, ist Ansprechpartnerin für Besucher, Pressevertreter – und Jugendliche und Erwachsene, die Sozialstunden ableisten müssen.

Ist im Duisburger Hafen eine Palette Tiefkühlpizza umgekippt und sind die Verpackungen beschädigt, die Ware ist also nicht mehr verkäuflich, organisiert Hedwig Schnatmann auf die Schnelle einen Fahrer für den Kühlwagen der Tafel, der einen Teil in den Laden nach Wulfen bringt, den Rest zu befreundeten Tafeln der Umgebung – und das alles muss passieren ohne Unterbrechung der Kühlkette.

Wer ist vor Ort, wenn abends nach Ladenschluss die angelieferten Brötchen zu dritt oder viert eingetütet werden müssen für den Verkauf am nächsten Tag? Einige andere HelferInnen – und Hedwig Schnatmann: “Die Arbeit muss vom Tisch”.

Dass es im Winter in den Räumen der Tafel fast genauso kalt ist wie draußen, ist für sie unproblematisch und eher ein Vorteil: “Das Arbeiten in der Kälte härtet ab und macht immun gegen Erkältungsviren.”

Wenn man Kunden nach Hedwig Schnatmann befragt, so wird sie beschrieben als Frau mit “Ecken und Kanten”, aber “das Herz hat sie am rechten Fleck”. “Ich habe mein ganzes Arbeitsleben als Chemikerin fast nur mit Männern zusammengearbeitet; da habe ich gelernt, zu organisieren und mich durchzusetzen, sonst hätte ich nicht diesen Weg gehen können”, erklärt sie selbst ihre Resolutheit. Wer ohne Dorsten-Pass zur Anmeldung kommt, wer ohne Termin einkaufen möchte, riskiert einen deutlichen Kommentar – und geht fünf Minuten später wieder mit voller Einkaufstasche.

Gerechtigkeitsgefühl und Sensibilität bestimmen ihr Handeln. Sie ärgert sich über die (wenigen) Kunden, die Waren für sich reklamieren auf Kosten anderer, und lässt sie das auch spüren; jedem Bedürftigen soll geholfen werden, keiner soll ‘zu kurz’ kommen. Wichtig zu erwähnen: Ihr Einsatz für ihre (allesamt ehrenamtlichen) Mitarbeiterinnen; sie kauft den Kaffee, sie hat ein offenes Ohr für manche Sorgen. Steht eine Ehrung an, so verweist sie – nicht als übliche Floskel, sondern überaus glaubhaft und ehrlich – darauf, dass sie “nur als eine Vertreterin für die vielen Helferinnen mit Herz und Hand” da steht, so auch bei der Auszeichnung anlässlich der ersten Ehrenamtsgala der Stadt Dorsten.

Die Tafel und ihre Kunden können sich glücklich schätzen, dass diese engagierte, tatkräftige Frau solche Verantwortung und Arbeit so kompetent auf sich nimmt.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tafel wünschen Dir, liebe Hedwig, alles Gute zu Deinem runden Geburtstag!
Bleibe wie Du bist und uns noch lange erhalten!

Thema: Kinderarmut

Allein in Dorsten sind es über 500 Kinder und Jugendliche, die wir über den Lebensmittel-Einkauf ihrer Eltern  unterstützen.

Zwei Wünsche:
Kommen Sie als Ehrenamtliche zur TAFEL und helfen zu helfen!
Und: Setzen Sie sich in Ihrem Umfeld dafür ein, dass Mittel und Wege gefunden werden, die Kinderarmut zu überwinden!

Kinderarmut endlich überwinden!

In Deutschland sind etwa 3 Millionen Kinder und Jugendliche von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen, wie Erhebungen des Statistischen Bundesamtes zeigen – und diese Zahl steigt jährlich. Die Regierung vernachlässigt dieses wichtige Thema noch zu sehr, erfolgsversprechende Lösungsansätze, die die Ursachen von Kinderarmut langfristig wirksam bekämpfen, gibt es kaum.